Studieren in Italien

Studienzeit - Schöne Zeit!

Es ist die Zeit zu lernen, Wissen in sich aufzunehmen, über langen Referaten zu schwitzen, schwierige Bücher zu lesen - aber auch die Zeit Menschen kennen zu lernen und lange Nächte bei einem guten Getränk die Gedanken in Diskussionen mit anderen schweifen zu lassen, Zeit an den Träumen zu arbeiten.

Uni BibliothekUnd warum sollte man diesen Lebensabschnitt nicht gleich auch damit verbinden andere Länder kennen zu lernen?
Im Zuge der Globalisierung ist es relativ einfach geworden in einem anderen Land zu studieren.
Eines dieser Länder ist Italien.

Italien ist nicht so weit weg, die Menschen sind hier sehr aufgeschlossen und freundlich, das Wetter ist meistens sehr gut und irgendwie ist auch das Meer nirgendwo allzu weit weg....
Das sind natürlich nur sehr oberflächliche Begründungen, die aber sicher auch eine Rolle spielen.

In Italien gibt es eine ganze Reihe von Universitäten verschiedener Größe und mit unterschiedlichen Angeboten.
Davon 57 staatliche Universitäten, 3 Technische Hochschulen und 14 private Hochschulen.
Zur Vorbereitung auf ein Studium in Italien gibt es 3 Schulen und 2 Universitäten für Ausländer. Sie sorgen allerdings nur für die Erfüllung der Voraussetzungen für ein Studium hier, dabei vor allem für die sprachlichen - also handelt es sich nicht um klassische Universitäten.
Übrigens sind schon gute 17% der ausländischen Studenten Deutsche.
Für Italiens Hochschulen sind internationale Absolventen keine Seltenheit und dementsprechend gut ist die Organisation.
Weitere Vorteile sind das übersichtlich gegliederte Studium - es sorgt für Flexibilität und die relativ günstigen Studiengebühren.

Aber mal der Reihe nach.
Wie schreib ich mich für ein Studium in Italien ein?
Für die Zulassung zum sog. Bachelor-Studium - das Erreichen des 1. akademischen Grades - reicht die deutsche Hochschulzugangsberechtigung, also der Abschluss des 12. Schuljahres - das Abitur.
Diese Form ist eingeführt worden im Rahmen des Bologna-Prozesses, der sich das Ziel gesetzt hat ein allgemein gültiges gemeinschaftliches Hochschulrahmengesetz durchzusetzen. Das ist auch gelungen - und nicht nur in Italien, sondern in vielen europäischen Ländern.

Für den Zugang zum zweiten Studienabschluss reicht allerdings oftmals das Vordiplom nicht aus, es ist ein Studienabschluss nötig. Das variiert von Hochschule zu Hochschule.
Die Bewerbung ist jeweils direkt an die italienische Hochschule zu richten für die man sich entschieden hat.
Dabei ist es wichtig die Kopie des Abiturzeugnisses mit der italienischen Übersetzung, eine Gleichwertigkeitsbescheinigung mit dem italienischen Hochschulabschluss, ein Passfoto, eine Krankenversicherungsnachweis und der Nachweis der finanziellen Absicherung während der Studienzeit mit der Bewerbung zusammen einzureichen.
Die Beherrschung der italienischen Sprache wird vorausgesetzt bzw. an manchen Hochschulen per Test geprüft.
Ähnlich wie hier gibt es für einige Studiengänge evtl. Zulassungsbeschränkungen die vielleicht auch einen Fachtest erforderlich machen.

 

Kosten eines Studiums in Italien

Da wären zum einen die Studiengebühren. Sie sind eine Zusammensetzung aus Grundbetrag, Prüfungszuschlägen und sonstigen Gebühren. Wobei die Höhe auch von Uni zu Uni variieren kann. Als Planungswert können 750,00 € pro akademischem Jahr zugrunde gelegt werden.
Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich wie in Deutschland zu berechnen, also so rund 600,00 €/monatlich.
Es gibt natürlich einige Möglichkeiten ein Auslandsstudium zum finanzieren, die da wären Austauschprogramme, Auslandsbafög, Bildungskredite des Bundes oder der EU, Stipendien oder Teilstipendien oder Stiftungsgelder.
Auch die Möglichkeit sich das Studium durch einen Job in Italien zu finanzieren besteht natürlich.

Etwas zur Gliederung
Das akademische Jahr ist die Zeit von 2 Semestern - 1. Semester von Sept./Okt. bis Jan./Feb. 2. Semester von Feb. bis Juli.
In jedem Semester gibt es 14 Wochen Vorlesung und 6 Wochen Prüfungszeit.
Das Corsi di laurea - entsprechen dem Bachelor-Studiengang - dauern in der Regel 3 Jahre, also 6 Semester und führen zum ersten akademischen Abschluss der Laurea (hier: Magister).
Diese Bachelor-Studiengänge sind möglich in Geistes-, Sozial-, Wirtschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Dazu gehören auch gestalterische Studiengänge wie z.B. Industriedesign.

Daran anschließend kommt das Corsi di laurea specialistica - das sind zweijährige Aufbaustudiengänge - Ziel ist die wissenschaftliche Vertiefung und die Spezialisierung.
Der Abschluss hier ist Laurea Specialistica (hier: Diplom oder 1. Staatsexamen)

Das Corsi di laurea specialistica a ciclo unico - speziell für die Fächer Pharmazie, Chemie, Medizin und Architektur aber auch für einige ingenieurwissenschaftliche Studiengänge werden wegen der viel umfangreicheren Inhalte diese längeren Curricula (fünf bis sechs Jahre) angeboten.

Concorsi - hier geht es um das Lehramt. Es gibt keine eigenen Lehramtsstudiengänge in Italien. Mit dem Abschluss Laurea specialistica und einem schulisch relevanten Fach kann man sich über die sog. Concorsi für ein Lehramt bewerben.

Corsi di master - dieses einjährige Masterstudium kann nach Abschluss des ersten oder auch zweiten Studienzyklus begonnen werden.

Corsi di specializzazione - von einigen Universitäten für Studienfächer wie z.b. Medizin wird dieses Spezialisierungsstudium angeboten, Voraussetzung ist das Erreichen des Laurea specialistica.
Der Abschluss ist dann mit der Facharztausbildung in Deutschland zu vergleichen.

Dottorato di ricerca - die Promotion - in der Regel dauert dieses Studium noch einmal 3 Jahre.

Die Anerkennung des Studiums in Italien
Die Prüfungsämter der deutschen Hochschulen vergleichen im Regelfall die Kurse und erbrachten Leistungen mit denen deutscher Hochschulen.
Allerdings sollte man schon im Vorfeld abklären wie und was aus einem Studium in Italien anerkannt wird für eine Berufswahl in Deutschland. Das gilt vor allem bei Studiengängen mit Staatsprüfung.
Ein Abschluss Laurea in Italien entspricht auf jedem Fall dem Magister, Diplom oder Staatsexamen an deutschen Universitäten, das ist durch ein italienisch-deutsches Abkommen geregelt.

Krankenversicherung und Aufenthalt in Italien

Grundsätzlich darf jeder Bürger eines EU-Staates sich bis zu 90 Tagen in einem anderen EU-Staat, also auch in Italien, aufhalten - wenn er in Besitz eines gültigen Reisepasses oder Personalausweises ist.
Für einen längeren Aufenthalt sollte man sich vorher um eine Aufenthaltsgenehmigung kümmern - ist problemlos zu bekommen.
Wichtig ist eine Krankenversicherung.

Für Auslandsstudien gibt es eine Europäische Krankenversicherungskarte, die European Health Insurance CARD (EHIC), die man von der deutschen Krankenversicherung bekommt.
Eine zweite Möglichkeit ist der Nachweis einer privaten Krankenversicherung.
Auf jeden Fall ist ein Nachweis bei der Einschreibung an italienischen Hochschulen notwendig.

Noch ein bisschen zu den italienischen Hochschulstädten
In Bologna z.B. wurde im 11. Jahrhundert die erste europäische Universität überhaupt gegründet.
Mittlerweile ist Bologna DIE Universitätsstadt überhaupt. Hier studieren fast 750.000 Menschen, das sind immerhin 40% aller Studierenden in Italien.
Bologna ist natürlich auch eine sehr schöne alte Stadt und die Studenten haben stark zum internationalen Flair der Stadt beigetragen.

In Bozen, Südtirol, wurde erst in 1997 noch die Freie Universität Bozen - Libera università - als nicht staatliche Universität gegründet. Hier wird in drei Sprachen gelehrt, nämlich Deutsch, Italienisch und Englisch.
Und auch Bozen ist eine sehr interessante Stadt.

Mailand, Turin und Bari sind die Städte mit den Technischen Universitäten, Schwerpunkt wissenschaftliche Ingenieurstudiengänge.

Sporthochschulen sind nicht mehr eigenständig, sondern den bestehenden Hochschulen angegliedert. Lediglich in Rom gibt es noch eine eigenständige Sporthochschule.

Kunst und Musik sind keine Hochschulstudien mehr, sondern gehören jetzt zur höheren Bildung. Trotzdem sehr zu empfehlen.

Es gibt übrigens auch die Möglichkeit eines Fernstudiums in Italien. So bietet unter anderem die Universität in Bergamo oder das FOR.COM-Konsortium in Rom Fernstudien an.

 



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