Italienische Dialekte


Die italienische Standardsprache ist eine Sprache aus dem romanischen Sprachzweig der indogermanischen Sprachen, was bis heute die meistverbreitete Sprachfamilie ist. Die romanischen Sprachen stimmen in Wortschatz, Flexion und grammatikalischen Elementen wie Numerus und Genus überein.

Italienisch steht dem Latein in Wortschatz und Aussprache am Nächsten.

Die meisten Italiener und italienisch-sprechende Menschen benutzen die Standardsprache lediglich bei offiziellen Anlässen oder Kontakt mit Personen aus anderen Landesteilen und reden unter sich im Dialekt miteinander.

Die Grenze zwischen Dialekt und eigenständiger Sprache ist nicht immer eindeutig. Für Italien gilt, dass das Sardische meistens als selbstständige Sprache, die ihrerseits wieder Dialekte gebildet hat, angesehen wird.

Sprachwissenschaftlich ist diese Einschätzung eindeutig, da die Sprache der Insel Sardinien eine dem Italienischen gegenüber eigenständige Grammatik entwickelt hat. Ihre interessantesten Strömungen sind das Nuoresische, welches sich dadurch auszeichnet, dass [k]- und [g] - Laute erhalten geblieben sind, wo alle anderen romanischen Sprachen palatalisiert haben, und das Campidanesische der Inselhauptstadt. Unter soziolinguistischen Gesichtspunkten erfüllt Sardisch für seine Sprecher jedoch die Rolle eines Dialektes.

Sprachwissenschaftlich weniger eindeutig ist die Einstufung des Sizilianischen, welches größere Ähnlichkeiten mit der italienischen Standardsprache aufweist. Typische Kennzeichen dieser Dialektgruppe sind Doppelkonsonanz am Wortanfang sowie das seltene Vorkommen des Vokales [e], der überwiegend durch [i] ersetzt ist.

Neapolitanisch ist die Bezeichnung für die Dialekte der Stadt Neapel und der umliegenden Gebiete. Typische Kennzeichen sind die Verdopplung zahlreicher Konsonanten im Inlaut sowie ein umfangreicher Sonderwortschatz.

Folgen unterschiedliche Konsonanten im Standard-Italienischen aufeinander, so werden sie im Dialekt assimiliert; aus quando wird so quanno.

Für das Venezianische ist neben einem eigenständigen Wortschatz die Verkürzung des Partizips kennzeichnend; aus "siamo andati" wird "siamo andà". Diese Variante wurde zeitweise von Feministinnen anderer Regionen übernommen, da im Standarditalienischen das mit essere verknüpfte Partizip geschlechtsspezifische Endungen annimmt und bei einer Gruppe aus vielen Frauen und einem Mann die männliche Form zur Anwendung kommt.



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